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Wohnen in der Schweiz: Mythos und Wahrheit

Dem Wohnen in der Schweiz haften etliche Mythen an. Schweizer Haushalte werden immer kleiner! Der Trend geht raus aufs Land! Immobilienkäufer werden immer älter! Der Immopulse Blog überprüft solche und weitere Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt.

Konsumiert man Medien oder redet man mit anderen Leuten, fällt auf, dass zum Thema wohnen oft dieselben Meinungen und Ansichten geäussert werden. Doch nur selten werden die Beweise für diese Aussagen nachgeliefert. Diesem Thema hat sich die Studie «Mythen der Wohnungsnachfrage» von Wüest und Partner angenommen. Der Immopulse Blog fasst zusammen.

Mythos 1: Wohnen in der Schweiz heisst Flucht aus den Zentren!

In den letzten Jahren sind in den Schweizer Städten die Mieten um 7 Prozent gestiegen und Stockwerkeigentum hat sich um 16 Prozent verteuert. Gleichzeitig stieg die Zahl der Pendler in die Zentren. Daraus aber abzuleiten, dass vor allem jüngere Personen die Städte verlassen, weil sie zu teuer werden, ist falsch. Der Blick auf die Statistik zeigt, dass die Umzugsquoten in den Städten stabil geblieben sind und die Zentren nach wie vor eine hohe Anziehungskraft haben. Gerade jüngere Personen zieht es vermehrt in die grossen, urbanen Zentren.

Mythos 2: Es gibt immer mehr Singlehaushalte!

Der Anteil der Singlehaushalte beträgt heute rund 16 Prozent. Er hat sich seit 1970 verdoppelt. Aktuelle Zahlen zeigen aber auch, dass sich der Anteil der Singlehaushalte seit 2000 ziemlich stabil geblieben ist.

Mythos 3: Je mehr gebaut wird, desto mehr Leute ziehen an einen Ort!

Anders gesagt: Je grösser das Angebot desto grösser wird auch die Nachfrage. Diese Aussage wird von den Statistiken tatsächlich gestützt. Wo in grösseren und kleineren Zentren mehr gebaut wurde, wuchs auch die Einwohnerzahl stärker an. Einzig in ländlichen Gebieten mit geringerer Standortqualität führen mehr Wohnungen nicht zwingend zu mehr Bewohnern.

Mythos 4: Am meisten gefragt sind mittelgrosse Wohnungen!

Der Anteil der 3 – 4.5 Zimmer-Wohnungen beträgt bei Neubauten tatsächlich 60 Prozent und dreiviertel der inserierten Wohnungen weisen diese Grössen auf. Doch die Realität zeigt, dass sich zu wenige Alleinstehende und Pärchen für Wohnungen dieser Grösse interessieren. Sie bevorzugen in der Regel kleinere und damit vermeintlich günstigere Wohnungen.

Mythos 5: Immer weniger können sich Wohneigentum leisten!

Die steigenden Preise und die starren Tragbarkeitsregeln der Banken bei Hypotheken lassen den Schluss zu, dass immer weniger Menschen Wohneigentum erwerben. Die Statistik wiederlegt diesen Rückschluss. Denn die Anzahl der Handänderungen sind in den letzten Jahren laut Wüest und Partner stabil geblieben. Einzig eine Verschiebung der Käufe von den teureren A-Lagen zu den günstigeren B-Lagen an den Zentrumsrändern hat stattgefunden.

Mythos 6: Immobilienkäufer werden immer älter!

Tatsache ist, dass die meisten Menschen (knapp 50 Prozent) im Alter zwischen 30 und 45 in Wohneigentum umziehen. Nur ein Drittel der Käufer ist dabei älter als 45. Richtig ist allerdings, dass heute die meisten Wohneigentümer zwischen 59 und 65 sind. Das hat aber in erster Linie demographische Gründe.

Fazit: Von sechs Wohnmythen zum Wohnen in der Schweiz kann nur gerade einer vollumfänglich bestätigt werden. Alle anderen gehören aus statistischer Sicht in das Reich der Mythen und Märchen. Es ist daher ratsam, aufgeschnappte Meinungen zum Thema Wohnungsmarkt nicht ungeprüft zu übernehmen. Aber das gilt vor allem im Zeitalter der Sozialen Medien eigentlich für alle Informationen.

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